Behandlungsmethoden

Gelenkerhaltende Chirurgie

Durch arthroskopische Eingriffe (Gelenkspiegelung) oder Umstellungsosteotomien kann Ihr natürliches Gelenk möglichst lange erhalten werden.

Es gibt sowohl die Möglichkeit minimal invasiv mittels Hüftarthroskopie zu arbeiten als auch wenn notwendig größere Eingriffe über einen größeren Hautschnitt durchzuführen. 

Die häufigsten Probleme warum Schmerzen in der Hüfte auftreten sind folgende:

 

CAM Deformität:

Dabei handelt es sich um einen knöchernen Anbau im Bereich des Schenkelhalses des Oberschenkelknochens. Die Buckelbildung führt zu einem früheren anstoßen an der Gelenkslippe und dem Beckenknochen beim Beugen und Drehen des Hüftgelenkes. Dies äußert sich oft in einem Leistenschmerz bei bestimmten Bewegungen, der auch nach hinten oder seitlich ausstrahlen kann. Durch das wiederholte Anstoßen
kommt es in Folge zu einem Riss in der Gelenkslippe und anschließend zu Knorpelschäden in der Gelenkspfanne. 

Wie aus aktuellen Studien bekannt ist, sollte man bei Schmerzen in der Leiste die auf eine CAM Deformität zurückzuführen sind nicht länger als 6-9 Monate mit einem chirurgischen Eingriff zuwarten, da sonst das Risiko für einen fortgeschritten Knorpelschaden deutlich zunimmt.
Seinen Ursprung hat die Buckelbildung einerseits bei intensiver sportlicher Belastung während dem Wachstum, kann aber auch durch zunehmende Abnützung (Arthrose) des Gelenkes auftreten. Betroffen sind meisten jüngere Patienten:innen zwischen 20-40 Jahren. Sollte eine Operation notwendig sein würde ich eine Hüftarthroskopie durchführen.

Pincer Deformität:

Eine verfrühtes anstehen des Oberschenkelknochens bei Beugung oder Drehbewegungen kann auch durch eine vermehrte Überdachung der Hüfte am Beckenknochen ihren Ursprung haben. Diese tiefsitzende Hüfte ist auch ein Grund für einen frühere Arthrose des Hüftgelenkes und führt meist auch zu Schäden an der Gelenkslippe. Die Schmerzen sind dann sowohl bei bestimmten Bewegungen als auch teilweise nachts vorhanden. Dieses Problem kann man, wenn die vermehrte Überdachung im vorderen bzw. seitlichen Bereich auftritt, wieder mit einer Hüftarthroskopie therapieren. Ist die Überdachung im Bereich der gesamten Gelenkspfanne vermehrt müsste man sich ein größeres offenes Verfahren wie die chirurgische Hüftluxation überlegen. In speziellen Fällen kann sogar eine Reorientierung der Pfanne notwendig sein.

Labrumläsion:

Wenn die Gelenkslippe einen Riss hat, kann dieser sowohl im Zuge einer Hüftarthroskopie als auch bei den offenen Verfahren therapiert werden. Dabei wird der Knochen hinter dem Labrum angefrischt und im Anschluss das Labrum mit einem kleinen Fadenanker wieder an der richtigen Position fixiert.

Knorpelschaden:

Knorpelschäden an der Hüfte sind leider etwas kompliziert. Aktuelle wissenschaftliche Daten empfehlen bei kleineren Schäden ein abtragen des Restknorpels im Defekt. Durch die Wundfläche bildet sich ein Blutkuchen, der Schritt für Schritt in einen Ersatzknorpel im betroffenen Gebiet umgebaut wird. Bei größeren Schäden wird ein zellbasiertes Verfahren empfohlen. Dabei müssen je nach Technik bei der ersten Arthroskopie Knorpelzellen gewonnen werden, die dann von einer Firma vermehrt werden und im Zuge einer zweiten Arthroskopie wieder eingesetzt werden. Es gibt auch ein einseitiges Verfahren, jedoch fehlen bei beiden Techniken die Langzeitergebnisse in der Hüfte. Bisher konnte in den Studien keine Überlegenheit der einzelnen Techniken gezeigt werden.

Femorale Torsion bzw. Inklination:

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Neigung des Schenkelhalses am Oberschenkelknochen. Bei einer starken Rückwärtsneigung kommt es ebenfalls zu einem verfrühten anstoßen am Pfannenrand. In bestimmen Fällen wäre dann ein chirurgischer Eingriff, bei dem ein absichtlich gesetzten Bruch des Oberschenkelknochens durchgeführt wird, zu korrigieren. Im Anschluss wird der Bruch in der korrekten Position mit einer Platte und Schrauben oder einem sogenannten Marknagel fixiert.

Dysplasie:

Die knöcherne Minderüberdachung ist eine angeborene Fehlstellung. In den meisten Fällen wird sie im Zuge der Mutterkind Pass Untersuchungen Festgestellt und kann in der frühen Lebensphase wo die Knochen noch vor allem knorpelig sind mit einer Abspreizbehandlung korrigiert werden. Jedoch gibt es weiterhin Patienten mit einer Dysplasie im Erwachsenenalter. Sollte die Schmerzen trotz intensiver Physiotherapie bestehen bleiben, wäre ein chirurgischer Eingriff zur Verbesserung der Überdachung angeraten. Die sogenannte PAO (Periazetabuläre Osteotomie) wurde von Prof. Ganz in Bern entwickelt und wird weltweit in unterschiedlichen Abwandlungen durchgeführt. Mittlerweile sind 30 Jahres Daten von Nachuntersuchungen vorhanden, die sehr gute Ergebnisse zeigen. Nach einer korrekt durchgeführten PAO haben über 80% nach 20 Jahren immer noch ihre eigene Hüfte. Dabei sind jedoch eine sorgfältige Abklärung und korrekte Indikationsstellung vor der Operation unumgänglich!

Endoprothetik

Hierbei wird ein künstlicher Gelenkersatz mittels moderner Prothesen-Designs in minimalinvasiver Technik implantiert.

Die erfolgreiche Durchführung erfordert eine sorgfältige präoperative Planung sowie eine anschließende Rehabilitation zur Gewährleistung einer optimalen postoperativen Genesung.

Der Hüftgelenksersatz ist einer der größten Erfolgsgeschichten in der Orthopädie. Dabei zeigen und große Registerdaten, dass die Zufriedenheit der Patienten bei ca. 94 % liegt und dies für 20–30 Jahre so ist.
Jedoch gibt es natürlich auch Infektionen und andere Gründe, warum ein Gelenk getauscht werden muss. Insbesondere bei jungen PatientenInnen sollte daher ein Gelenkersatz nur durchgeführt werden, wenn dies absolut notwendig ist. Den Zeitpunkt für den Gelenksersatz bestimmt der Patient/die Patientin. Lediglich eine Hüftkopfnekrose mit folgendem Einbruch des Kopfes oder Tumore kann eine rasche Versorgung notwendig machen. 

Sollte der Gelenksersatz notwendig werden, wird dies am Ordensklinikum über einen muskelschonenden kleinen anterolateralem Zugang mit einer Kurzschaftprothese durchgeführt. Dies ermöglicht eine rasche Mobilisierung mit wenig Schmerzen und einer kleinen Operationsnarbe. Sollte ein Wechsel der Prothese aufgrund von Problemen notwendig sein, kann ich auf der Orthopädie im Ordensklinikum Linz sämtliche Optionen bis hin zur Versorgung mit einer Individualprothese anbieten.

Konservative Therapie

Hierzu zählen alle nicht-operativen Therapien, wie bspw. Gelenkinfiltrationen, Krankengymnastik oder manuelle Medizin.

Physiotherapie:

Der Erhalt des Bewegungsumfanges eines Gelenkes sollte so gut wie möglich und solange wie möglich das Ziel sein. Insbesondere mit physiotherapeutischen Maßnahmen kann dies unterstützt werden. Um eine gezielte Therapie zu ermöglichen ist jedoch zuerst eine genaue Diagnose notwendig. Bei der Dysplasie sollte die gelenkszentrierende Muskulatur wie zum Beispiel die Adduktoren im Besonderen therapiert werden. Im Fall einer Cam und/oder Pincer Deformität kann man unter anderem versuchen mit der Korrektur der Beckenneigung das verfrühte Anstehen des Schenkelhalses am Pfannenrand zu verbessern.

Orthesen/ Einlagen:

Um den Heilungsprozess zu unterstützen sind oftmals Orthesen unumgänglich.
Diese werden genauso wie Schuheinlagen von mir falls notwendig verordnet.

Injektionen:

Injektionen des Gelenkes können sowohl zu einem diagnostischen Zweck als auch zur Schmerztherapie bzw. Knorpeltherapie durchgeführt werden. 

Injektionen des Hüftgelenkes werden bei mir ausschließlich unter Ultraschallkontrolle durchgeführt, um ein sicheres Treffen des Hüftgelenkes zu gewährleisten. 

Hyaluronsäure ist ein altbewährtes Medikament, um im Gelenk die Gleitfähigkeit zu verbessern und somit den Knorpel zu entlasten. Weiters hat die Hyaluronsäure eine entzündungshemmende Wirkung und führt damit zur Schmerzreduktion und Beruhigung des Gelenkes. Die Wirkung ist jedoch nicht dauerhaft, da diese vom Körper langsam abgebaut wird. 

Eigenbluttherapie oder in der Fachsprache Platelet Rich Plasma, kurz PRP, wird ebenfalls bei beginnender Abnützung im Gelenk (Arthrose), Knorpeldefekten oder bei Ansatzbeschwerden bzw. Teileinrissen von zum Beispiel Adduktoren, ischiocruraler oder der glutealen Muskulatur eingesetzt. Während Adduktoren und Ischiocurale Problematiken zumeist auf Sportverletzungen zurückzuführen ist, sind gluteal meist chronisch entzündliche Prozesse (wie zum Beispiel Schleimbeutelentzündungen) für die Probleme verantwortlich. 

Um das Plasma zu gewinnen wird zuerst bei dem Patienten/der Patientin venöses Blut abgenommen und in einer Zentrifuge in die Bestandteile aufgeteilt. Das zellreiche Plasma mit Wachstumsfaktoren und entzündungshemmenden Faktoren kann anschließend wieder injiziert werden um die körpereigene Heilung des verletzten Gewebes anzustoßen und die schmerzhafte Entzündung zu reduzieren. 

Neben meiner Spezialisierung auf die Hüftchirurgie führe ich im Zuge meiner Tätigkeit auf der Orthopädie Ordensklinikum BHS Linz auch regelmäßig Kniearthroskopien mit Meniskusnaht, Knieendoprothetik, kleine Fußchirurgische Eingriffe wie Hallux valgus Korrekturen und kleine handchirurgische Eingriffe wie zum Beispiel Karpaldachspaltung und Ringbandspaltung durch.